Schnee, Stille und ein Dorf aus Eis

Tag 3 in Lappland – Schnee, Stille und ein Dorf aus Eis

Nach dem frühen Start am Vortag ließen wir es heute deutlich entspannter angehen. Ausschlafen, in Ruhe frühstücken, langsam in den Tag kommen – genau das, was man im Urlaub eigentlich sucht.

Anschließend ging es noch einmal mit dem Auto auf den Berg in Levi. Dieser ist nämlich nicht nur via Gondel bzw. Lift zu erreichen sondern zum Teil auch via Auto. Ziel war der Parkplatz an der Skihütte vom Vortag. Von dort aus wollten wir zur sogenannten „Santa’s Cabin“ – einer - angeblich - abgelegenen Hütte irgendwo am Berg.  


Was auf der Karte noch recht eindeutig aussah, entpuppte sich vor Ort als kleine Herausforderung. Zwischen endlosen Weißflächen, Skipisten und kaum erkennbaren Wegen war die Orientierung gar nicht so einfach. Am Ende führte der Weg etwa 30 Minuten steil bergauf, teilweise über Skipisten, bis zur Berg- bzw. Ankunftsstation der Gondel. Von dort ging es noch einmal rund 15 Minuten bergab – und dann stand sie plötzlich vor uns: eine einsame, einfache Holzhütte mitten in der verschneiten Landschaft.

Obwohl die Hütte schon Kultcharakter hat (Hintergrund: Teile des Weihnachtsfilm Christmas Story (Original: Joulutarina) wurden in Lappland gedreht, unter anderem auch in der Region rund um Levi und die Hütte wird häufig als eine der Kulissen genannt bzw. zumindest damit in Verbindung gebracht) wirkt die Hütte vor Ort eher unspektakulär – genau das passt aber wiederum zu diesem nordischen, reduzierten Setting. Die „Magie“ entsteht weniger durch die Hütte selbst, sondern durch die Umgebung.



Die Wanderung durch den Schnee war landschaftlich aber wirklich schön, dabei aber technisch unkompliziert. Schneeschuhe braucht man nicht – die Wege sind meist ausreichend festgetreten.

Der Wind allerdings hatte es in sich. Trotz Bewegung waren wir am Ende ordentlich durchgefroren. Also zurück in die Unterkunft.

Dort wartete eine dieser kleinen, aber extrem praktischen Erfindungen: ein Schuhtrockner. Im Prinzip eine kompakte Heizung mit mehreren Rohren – in jeden Schuh kommt ein Rohr, warme Luft strömt hinein und trocknet alles innerhalb kurzer Zeit. Nach einem Tag im Schnee ein echter Gamechanger.


Am Nachmittag stand dann noch ein Ausflug an: etwa 45 Minuten Fahrt zum Snow Village. Eine Mischung aus Schneedorf und Eishotel, das jeden Winter komplett neu aufgebaut wird. Mit rund 26 Euro Eintritt pro Person – wie vieles in Finnland – nicht günstig, aber durchaus sehenswert.

Über rund zwei Stunden haben wir die miteinander verbundenen Iglus erkundet. Überall kunstvoll gestaltete Eisskulpturen, thematisch dekorierte Räume und lange, leicht blau schimmernde Gänge. In der Eisbar gab es noch ein Bier beziehungsweise einen alkoholischen Mix – serviert auf Eistischen.





Danach ging es zurück nach Levi.

Kamin an.

Sauna an.

Abendessen.

Und irgendwann einfach nur noch ein Buch.

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