Anreise nach Lappland – von Köln nach Levi

Wie so häufig begann unsere Reise ganz unspektakulär: mit der Fahrt von Köln-Mülheim nach Düsseldorf. Neu und tatsächlich bemerkenswert: Sowohl Eurowings als auch der Flughafen Düsseldorf bieten inzwischen Self-Service-Gepäckaufgabe an. Ein Konzept, das wir vor fast zehn Jahren schon am Auckland Airport kennengelernt haben – und das nun endlich auch hier Standard wird.

Passend zum Start der Osterferien gab es am Flughafen sogar noch eine kleine Aktion: das gute alte Glücksrad. Die Gummibärchen waren eher durchschnittlich, aber Maja hatte Glück: Ein 5-Euro-Gutschein. Der Haken: einlösbar nur in den Bekleidungsgeschäften. Am Ende wurden daraus pragmatisch ein paar neue Socken – nicht spektakulär, aber durchaus brauchbar.

Entsprechend entspannt begann der eigentliche Urlaub schon am Flughafen. Der Flug nach Flughafen Kittilä verlief pünktlich und ohne besondere Vorkommnisse.

Nach der Landung dann der erste Eindruck: Kittilä ist ein wirklich kleiner, fast schon niedlicher Flughafen. Nur eine Handvoll Ankünfte pro Tag, alles überschaubar, kurze Wege. Vom Gate zur Gepäckausgabe dauert es nur wenige Minuten. Direkt daneben befindet sich auch schon der Mietwagenschalter – einfacher geht es kaum.

Umso erfreulicher: Statt eines kleinen Wagens bekamen wir einen geräumigen Toyota Corolla Kombi. Mit Wintergepäck und Familie definitiv die bessere Wahl.

Also rein ins Auto und ab nach Levi. Die Fahrt dauert gerade einmal etwa zehn Minuten. Perfekt, um schnell anzukommen, ohne lange Transferzeiten.

Erster Stopp: Supermarkt. Die Preise sind insgesamt etwas höher als in Deutschland, aber noch im Rahmen. Am deutlichsten fällt das Thema Alkohol auf: Eine Dose Bier kostet schnell zwischen drei und fünf Euro.

Danach ging es weiter zur Unterkunft. Self Check-in, unkompliziert und flexibel. Auch wenn wir uns gegen ein klassisches Blockhaus entschieden haben, hat unser kleines Reihenhaus sofort überzeugt: Kamin, Sauna, Küche – alles da, was man für die nächsten Tage braucht.

Am ersten Abend zog es uns direkt noch einmal raus. Für eine Stunde auf den zugefrorenen See. Das erste Knarzen unter den Schuhen, dieses trockene Geräusch von Schnee und Eis. Um uns herum: Weiß, Stille, Weite.

Zurück ins Warme. Sauna. Ein Bier. Und dann ins Bett.

Huskys, frühes Aufstehen und erste Eindrücke von Levi

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen. Der Grund: Unsere Huskytour wurde kurzfristig von mittags auf den Morgen vorverlegt. Hintergrund war das Wetter. Für Lappland-Verhältnisse war es bereits relativ warm – um die 0 Grad. Ab dem Mittag wird der Schnee dann schnell weich und wässrig, was das Verletzungsrisiko für die Hunde erhöht. Deshalb fanden die Touren nur noch in den kälteren Morgenstunden statt.

Kleine Randnotiz: Finnland ist Deutschland eine Stunde voraus und stellt – wie wir – ebenfalls auf Sommerzeit um. Effektiv bedeutete das für uns: zwei Stunden früher aufstehen als gewohnt. Entsprechend müde, aber pünktlich, standen schließlich alle Teilnehmer am Treffpunkt.


Vor Ort bekam jeder einen warmen Schneeanzug gestellt. Bei Bedarf gab es zusätzlich wasserdichte Winterstiefel. Danach ging es mit dem Minibus etwa 20 Minuten hinaus zur Huskyfarm, südlich des Skigebiets von Levi.

Empfangen wird man nicht direkt auf dem Gelände, sondern etwas außerhalb. Die Guides geben zunächst eine kurze Einweisung – und im Hintergrund hört man bereits, was einen erwartet: ein ohrenbetäubendes Konzert aus Jaulen, Bellen und Aufregung. Die Hunde sind längst angespannt und wissen genau, was gleich passiert. Sie wollen los. Sofort. Und lautstark. Auch die Hunde, die nicht mitdürfen, machen ihrem Unmut deutlich Luft.

Auf der Farm leben in der Hochsaison bis zu 160 Huskys. Sie sind in kleinen Gruppen untergebracht, meist zu viert, jeweils mit eigener Hütte. Wichtigste Regel vor dem Start: Die Hunde nicht anfassen und nicht beachten. Also schnell auf den Schlitten, Position einnehmen – und los.


Und dann passiert etwas Unerwartetes: Es wird schlagartig still.

Sobald die Schlitten in Bewegung sind, konzentrieren sich die Hunde komplett auf ihre Aufgabe. Kein Bellen mehr, kein Chaos. Nur das gleichmäßige Gleiten über den Schnee, das leise Zischen der Kufen und die Landschaft ringsum. Geführt wird die Gruppe von einem Guide auf dem Schneemobil, dennoch wirkt alles ruhig und fast entschleunigt. Rund 40 Minuten und etwa sieben Kilometer geht es durch verschneite Wälder und offene Flächen – eine dieser Erfahrungen, die sich schwer beschreiben lassen.

Zurück auf der Farm dann das komplette Gegenteil: Die Hunde sind wie ausgewechselt. Ruhig, entspannt, fast schon verschmust. Sie bekommen Futter, lassen sich streicheln und genießen die Aufmerksamkeit. Kein Bellen mehr, kein Drängeln. Ein deutlicher Kontrast zum Start.


Auch wenn so eine Tour kein günstiges Vergnügen ist – es ist eine Erfahrung, die man einmal gemacht haben sollte.

Zum Abschluss gab es noch heißen Tee und Kekse am Lagerfeuer, bevor es zurück nach Levi ging. Insgesamt ist man für so eine Tour etwa drei bis vier Stunden unterwegs.

Da sich inzwischen die Sonne zeigte, entschieden wir uns spontan für einen Spaziergang durch den Ort. Levi wirkt ein bisschen wie ein kompaktes Skidorf: alles auf den Tourismus ausgerichtet, aber überschaubar und gut organisiert. Über eine lange Treppe ging es hinauf in Richtung Berg und weiter zu einer der Skihütten.

Dort wartete das erste Bier des Tages – für stolze 11 Euro. Preise, an die man sich in Lappland erst einmal gewöhnen muss.


Anschließend ging es noch ein Stück weiter über festgetretene Wege und Schneemobilstrecken. Verlässt man diese jedoch, merkt man schnell, wie viel Schnee hier tatsächlich noch liegt. Teilweise fast ein Meter. Ein falscher Schritt – und man steckt plötzlich bis zur Hüfte im Schnee. So ging es danach zurück in unsere Unterkunft und der Kamin wurde nach dem Essen das erste Mal angeschmissen. Knistern.  


Ein Buch und todmüde ab ins Bett.

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