Kommt mit uns für sechs Tage nach finnisch Lappland

Sechs Tage, Osterferien, Familienzeit – und ein Reiseziel, das für viele eher nach Abenteuer als nach klassischem Familienurlaub klingt: finnisch Lappland. Weit im Norden Europas, jenseits des Polarkreises, wartet eine Region, die für Schnee, Stille und extreme Jahreszeiten bekannt ist. Genau dorthin nehmen wir euch mit.


Lappland ist die nördlichste Region Finnlands und gleichzeitig eine der am dünnsten besiedelten Gegenden Europas. Endlose Wälder, zugefrorene Seen, sanfte Hügel statt hoher Berge und eine Natur, die den Takt vorgibt. Im Winter und Frühjahr bestimmen Schnee, Eis und Licht den Alltag, im Sommer geht die Sonne teilweise wochenlang nicht unter. Für viele ist Lappland untrennbar mit Polarlichtern, Huskys, Rentieren und Sauna verbunden – für Familien bietet die Region darüber hinaus erstaunlich viele gut organisierte und kindertaugliche Erlebnisse.


Reisetechnisch konzentriert sich Lappland auf drei zentrale Orte, die gleichzeitig die wichtigsten Ankunftspunkte per Flugzeug sind.

Rovaniemi liegt am südlichsten und gilt als das „Tor zu Lappland“. Die Stadt ist vergleichsweise groß, sehr touristisch geprägt und vor allem bekannt als offizieller Wohnort des Weihnachtsmanns. Gerade für kürzere Aufenthalte und Reisen mit jüngeren Kindern ist Rovaniemi beliebt, kann in der Hochsaison aber auch recht voll werden.


Kittilä beziehungsweise Levi bilden das mittlere Einfallstor. Kittilä ist der Flughafen, Levi der eigentliche Urlaubsort. Levi ist Finnlands größtes Skigebiet, bietet eine sehr gute Infrastruktur, zahlreiche Unterkünfte und eine große Auswahl an Winteraktivitäten – von Skifahren über Schneeschuhwanderungen bis hin zu Huskytouren. Gleichzeitig ist alles kompakt genug, um auch mit Familie entspannt unterwegs zu sein.

Ivalo liegt am weitesten im Norden und ist deutlich ursprünglicher. Weniger Trubel, größere Distanzen, dafür noch mehr Natur und sehr gute Chancen auf Polarlichter. Ivalo eignet sich vor allem für alle, die gezielt Ruhe suchen oder Lappland abseits der klassischen touristischen Routen erleben möchten – mit Kindern allerdings etwas anspruchsvoller in der Planung.

Warum also Lappland? 

Finnisch-Lappland stand lange Zeit nicht auf meiner „Unbedingt-hin“-Bucket-List. Und trotzdem war da immer diese leise Faszination. Weite, Ruhe, Winterlandschaften – ein Ort, der sich irgendwie besonders anfühlt, ohne dass ich ihn konkret greifen konnte. Richtig präsent wurde Lappland dann gleich mehrfach: Zum einen, weil mein ehemaliger Arbeitgeber dort eine Incentivereise organisiert hat und ich einige Fotos erhaschen konnte. Zum anderen, weil eine gute Freundin einige Zeit vor Ort war und von dort aus sogar eine kleine Workation gemacht hat. Ihre Eindrücke haben das diffuse Interesse plötzlich sehr real werden lassen.

Beim intensiveren Einlesen merkt man schnell, dass Lappland zwar riesig ist, sich die Reiseplanung aber erstaunlich gut strukturieren lässt. Die drei genannten Orte dienen dabei als klare Orientierung. Also habe ich immer mal wieder geschaut, von wo aus man günstig einfliegen kann – und was sich realistisch mit einer Familienreise verbinden lässt.


Der Reisezeitraum spielte dabei eine entscheidende Rolle. Durch die Schulferien kommt für uns eigentlich nur der Winter infrage – oder die Karnevalstage. Letztere fallen für uns als echte kölsche Familie allerdings kategorisch raus. Der klassische Winter hat natürlich seinen Reiz: nur wenige Stunden Tageslicht, tief verschneite Landschaften, knackige Kälte und eine hohe Wahrscheinlichkeit, Polarlichter zu sehen. Gleichzeitig ist genau das mit Kindern nicht immer ideal, vor allem wenn es wirklich extrem kalt wird.

Und dann ergab sich fast zufällig die perfekte Lösung: Die Osterferien 2026 liegen ungewöhnlich früh. Früh genug, um noch eine realistische Schneegarantie zu haben, aber spät genug für deutlich längere Tage und moderatere Temperaturen. Nicht mehr ganz so arschkalt, dafür mehr Licht und mehr Zeit draußen. Klar, die komplett märchenhaft verschneiten Bäume wird man zu dieser Jahreszeit vermutlich nicht mehr überall finden – aber der Kompromiss fühlte sich genau richtig an.


Generell reicht die klassische Lappland-Saison etwa bis Ende März. In diesem Zeitraum gibt es aus Deutschland sogar überraschend gute Flugverbindungen. Ab Köln oder Düsseldorf werden teils Direktflüge angeboten, unter anderem mit Eurowings. Das war letztlich auch für uns ein entscheidender Faktor.
So fliegen wir an einem Samstag direkt von Düsseldorf nach Kittilä – Flugzeit rund drei Stunden, ohne Umsteigen. Von dort geht es weiter nach Levi, wo wir ein kleines Reihenhaus gemietet haben. Für eine Familienreise ist das für uns die ideale Lösung: genug Platz, eine eigene Küche und kurze Wege ins Skigebiet sowie zu den Aktivitäten vor Ort.


Ein Punkt, den man bei der Planung nicht unterschätzen sollte, ist das Gepäck. Handgepäck allein reicht hier – anders als bei einer Reise auf die Kanaren – definitiv nicht aus. Warme Kleidung, mehrere Schichten, Winterstiefel, Handschuhe und Co. brauchen Platz. Wir haben uns deshalb bewusst für eine Mischlösung entschieden: zwei Tickets mit Aufgabegepäck und ein Ticket nur mit Handgepäck. Mit etwas Planung lässt sich so tatsächlich noch einmal der ein oder andere Euro sparen, ohne auf notwendige Ausrüstung verzichten zu müssen.


Lappland ist damit für uns vom vagen Traum zu einem sehr konkreten Reiseziel geworden. In den nächsten Beiträgen nehmen wir euch mit durch unsere sechs Tage in Levi – von Aktivitäten mit Kindern über Ausflüge, Essen und Unterkünfte bis hin zu der Frage, ob Lappland im Frühjahr wirklich so familienfreundlich ist, wie es auf dem Papier klingt.

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