Vom Moremi Nationalpark nach Maun
Vom Moremi Nationalpark nach Maun – Brücken, Tiefsand und ein Hauch von Luxus
Nach den wirklich wunderschönen Tagen in Khwai auf der Mbudi Campsite hieß es Abschied nehmen. Unser nächstes Ziel: der Moremi Nationalpark. Und wie so oft in Botswana bedeutete das erstmal wieder: Nationalparkgebühr bbezahlen. 25 Euro pro Tag lässt sich das DWNP (Department of Wildlife and National Parks) das Erlebnis kosten – pro Person, versteht sich.
Wir fuhren durch das North Gate in den Park hinein, mit dem Ziel Third Bridge. Eigentlich führt eine direkte Route über Xakanaxa dorthin. Leider war diese jedoch seit Wochen gesperrt – Grund: Die sogenannte Fourth Bridge war kaputt und nicht passierbar. Auch einen offiziellen Umweg gab es nicht. Also blieb uns nichts anderes übrig, als einen riesigen Bogen zu fahren: über 50 Kilometer nach Süden, nur um dann wieder gen Norden abzubiegen.
Das Ganze wäre halb so wild, wenn die Straßen nicht größtenteils aus tiefem Sand bestehen würden. Eine ziemliche Herausforderung – aber genau dafür sind wir ja hier.
Die First Bridge war noch problemlos zu befahren. Die Second Bridge allerdings ist schon seit Wochen nicht mehr benutzbar. Stattdessen führt eine offizielle Umfahrung über eine ziemlich lange Wasserpassage. Und hier ist Vorsicht gefragt: Wählt man die falsche Seite, steht das Wasser gut und gerne einen Meter tief.
Wir also: Low Range rein, einmal tief durchatmen, hoffen – und dann Gas geben! Und tatsächlich: Der Hilux hat sich tapfer durch das Wasser gekämpft. Ein kurzer Adrenalinkick, aber auch ein richtig gutes Gefühl, wenn es klappt.
An der Third Bridge angekommen, erwartete uns eine kleine Abwechslung: Für eine Nacht hatten wir eines der wenigen sogenannten festen Zelte gebucht. Der Campingplatz hat nur sieben Stellplätze und ist meist früh ausgebucht, so mussten wir auf ein Zelt umsteigen. 220 Euro pro Nacht – kein Schnäppchen. Aber: Das große Bett mit dicker Matratze war nach all den Nächten im Dachzelt einfach traumhaft.
Die Umgebung rund um Third Bridge ist landschaftlich wunderschön, keine Frage. Doch aufgrund der vielen gesperrten Strecken, der langen Anfahrt und eher unspektakulären Tiersichtungen hielten sich unsere Begeisterung und Entdeckerlust etwas in Grenzen.
Leider war auch keine Verlängerung möglich, also machten wir uns direkt am nächsten Tag wieder auf den Weg: fast 100 Kilometer Richtung Maun – zurück in die Zivilisation.
Von Kanzinkini zur Semowi Lodge – Flexibilität ist alles
Ursprünglich wollten wir auf dem Weg nach Maun noch eine Nacht auf der Kanzinkini Campsite verbringen. Die liegt auf halber Strecke zwischen Moremi und Maun – eigentlich ein idealer Zwischenstopp. Der Preis: 1.100 Pula (rund 70 Euro) – durchaus ambitioniert für eine einfache Campsite, zumal nur Barzahlung möglich ist.
Leider hatten wir nicht genug Cash dabei – und Kartenzahlung war natürlich keine Option. Also Planänderung: Wir fuhren direkt weiter bis 20 Kilometer vor Maun und kamen somit einen Tag früher als geplant bei der Semowi Lodge an. Eigentlich wollten wir dort erst am nächsten Tag für eine Nacht einchecken – nun wurden es eben zwei.
Und das war definitiv kein schlechter Tausch! Die Semowi Lodge liegt wunderschön direkt am Thamalakane River. Die Terrasse mit Blick aufs Wasser ist ein Traum – perfekt für eine kleine Yoga-Einheit zum Runterkommen nach den staubigen Tagen im Park.
Am nächsten Tag machten wir das, was auf so einer Reise auch mal sein muss: nichts. Ein klassischer Rest Day. Wir lasen, spielten Kniffel und UNO, genossen die Sonne und die Ruhe. Unsere Campsite war eingezäunt, super gepflegt, sehr sauber und offensichtlich recht neu.
Mit rund 70 Euro pro Nacht ist auch hier der Preis nicht ganz ohne – vor allem für eine Campsite. Aber immerhin: Es war ruhig, sicher und sehr entspannt.
Und warum überhaupt eingezäunt? Diese Frage wurde uns direkt vor Ort ziemlich eindrücklich beantwortet: Genau an dem Tag kam es wenige Kilometer flussaufwärts zu einem tragischen Vorfall. Eine Frau wurde am Thamalakane River von einem Elefanten getötet – ein erschütterndes Ereignis, das auch in der lokalen Presse große Wellen schlug. Ein trauriger, aber notwendiger Reminder: Nördlich von Maun beginnt das echte, wilde Afrika – unberechenbar und beeindruckend zugleich.
Endlich in Maun – Pferderücken, Helikopter und ein krähender Wecker
Am nächsten Tag ging es dann also endlich nach Maun. Ja, wir waren hier schon einmal – beim Wagentausch vor ein paar Tagen. Diesmal blieben wir aber für zwei Nächte in einem Appartement bei Jayla Homestay. Eine wirklich nette, kleine Unterkunft etwas außerhalb des Zentrums, mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Unsere Gastgeber waren herzlich, die Zimmer sauber, und vor allem: Die Wäsche konnte gewaschen werden – per Hand, persönlich von den Eigentümern - nicht ganz günstig aber so langsam mal nötig. Ein echter Luxus auf einer langen Reise wie dieser.
Doch Maun war für uns diesmal nicht nur Zwischenstopp, sondern auch Schauplatz von zwei ganz besonderen Highlights.
Highlight Nr. 1: Im Sattel durch Thamo Telele
Am ersten Tag ritten wir über eine Stunde lang durch das private Game Reserve Thamo Telele, ein Naturparadies nur wenige Kilometer außerhalb von Maun.
Aber es ging auch mal für ein paar Minuten in den Galopp. Und was soll ich sagen: Wahnsinn, wie Leonie das schon meistert! Sicher, ruhig, mit einem Strahlen im Gesicht. Ein Moment, den wir wohl beide so schnell nicht vergessen werden.
Highlight Nr. 2: Helikopterflug übers Delta
Am nächsten Morgen stand dann unser zweites, noch spektakuläreres Erlebnis an: Ein Helikopterflug über das Okavango-Delta.
45 Minuten lang flogen wir ohne Türen (!) in etwa 150 Metern Höhe über die weiten Wasserarme, Palmeninseln und offenen Ebenen des Deltas. Elefanten, Zebras, Gnus, Hippos – aus der Luft wirkte alles wie in einer riesigen Miniaturwelt. Atemberaubend, surreal, unvergesslich.
Mit 800 Euro war es unsere teuerste Aktivität auf der gesamten Reise – aber jeden Cent wert. Der Flug war ruhig, die Sicht klar, und die Eindrücke kaum in Worte zu fassen. Ein echtes Once-in-a-Lifetime-Erlebnis.
Nach der Landung gab’s erstmal ein zweites Frühstück – denn im Helikopter war’s morgens doch recht frisch. Kaffee, Brot, Sonne – wir mussten das Ganze erstmal sacken lassen.
Zurück in unserer Unterkunft holten wir ein wenig Schlaf nach – zumindest so gut es ging. Denn ab 5 Uhr morgens wurden wir täglich von einem ganz besonderen „Wecker“ begrüßt: Ein Hahn aus der Nachbarschaft, der offenbar dachte, sein Revier reiche bis zu unserem Fenster. Charmant? Jein. Lustig? Irgendwann schon.






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