Roadtrip durch Südafrika – Von der Kalahari bis ans Kap

Roadtrip durch Südafrika – Von der Kalahari bis ans Kap

Das waren sie also – die letzten Tage unserer Safari. Eine bis dato unvergleichliche Reise durch wilde Landschaften, über rote Sandpisten und vorbei an Elefantenherden, Antilopen und am Ende doch noch einigen Löwen. Doch das Abenteuer war noch nicht vorbei – im Gegenteil: Ein letzter, großer Abschnitt lag vor uns.

Ziel war Kapstadt, aber wir befanden uns ja noch ganz im Norden, im Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark. Was also tun? Natürlich: Auto packen, Musik an – und Roadtrip!



Doch bevor es wirklich losgehen konnte, stand noch ein kleines bürokratisches Abenteuer an: Wir mussten ja noch aus Botswana ausreisen und wieder offiziell nach Südafrika einreisen. Praktischerweise teilen sich beide Länder einen Grenzübergang direkt beim Twee Rivieren Camp. Die Formalitäten waren zwar erstaunlich unkompliziert, aber es ging wie so oft nur sehr langsam voran. Hier ein Stempel, da ein Stempel. Nach ca. 45 Minuten ging es dann endlich weiter. 

Nach einem letzten Blick in die Weite der Kalahari – der Gepard blieb uns leider auch am morgen verwehrt – fuhren wir stundenlang durch scheinbar endloses, rotsandiges Farmland. Ziel des Tages: Calvinia, ein kleines Städtchen am Fuß der Hantam-Berge, mehr als 500 Kilometer südlich vom Park. Für diese Strecke waren wir den Rest des Tages unterwegs – eine lange Fahrt durch dünn besiedelte, aber beeindruckend weite Landschaften. Ein kurzen Zwischenstopp legten wir nur in Upington ein, um nochmal etwas einzukaufen. 

In Calvinia angekommen, freuten wir uns über etwas, das in Botswana fast völlig fehlte: richtige Berge. Nach Wochen in der Savanne und der Wüste wirkte jede Erhebung wie ein kleines Wunder. Unsere Ferienwohnung in Calvinia war ebenfalls ein Volltreffer – groß, sauber, liebevoll eingerichtet. Und das Highlight des Abends: Heizdecken auf den Betten! Nach den kalten Nächten im Zelt ein echter Luxus. Allzu lange genießen konnten wir die Unterkunft leider nicht – denn am nächsten Morgen ging’s früh weiter Richtung Kapstadt. Denn die Rückgabe des Hilux stand an und vorher mussten alle Klamotten, Schlafsäcke, Decken und vieles mehr sauber umgepackt werden. 

Bevor wir aber in Kapstadt eintrafen wurden wir noch kurz ausgebremst: Unsere erste Polizeikontrolle. Kein großes Ding – Führerschein zeigen, ein freundliches "Where are you going?" – und weiter.

Am Flughafen angekommen, hieß es dann: Abschied nehmen von unserem treuen Toyota Hilux – dem perfekten Safari-Begleiter – und Umstieg auf ein deutlich kleineres, sparsameres Mietauto für den letzten Abschnitt der Reise. Einen Hyundai Venue.

Unser nächstes Ziel: Franschhoek. Ein Ort, der für uns mit vielen Erinnerungen verbunden ist – denn wir waren schon vor drei Jahren hier. Eingebettet zwischen Bergen und Weinreben gehört Franschhoek – gemeinsam mit Paarl und Stellenbosch – zur berühmten Weinregion rund um Kapstadt.

Dort angekommen, erwartete uns ein kleines, charmantes Haus im typisch kapholländischen Stil – weiß getünchte Wände, Teich auf dem Grundstück, Weinberge in der Nachbarschaft. Ein idealer Ort zum Runterkommen, Genießen – und zum Innehalten nach den intensiven Wochen.




Nach dem kurzen Einchecken in unserer Unterkunft in Franschhoek knurrte uns der Magen. Kein Wunder – die lange Fahrt steckte uns noch in den Knochen. Zum Glück wussten wir: Die Hey Joe Brewing Company ist fußläufig erreichbar. Also nichts wie hin. Wir fühlten uns hier auch im dunklen stets sicher.

Und was soll man sagen? Leckeres Essen, noch besseres Bier – und wir waren tatsächlich (oder leider?) die einzigen Gäste. Der ganze Tisch voll mit Köstlichkeiten, ein paar hausgebraute Biere dazu, und wir hätten uns kaum wohler fühlen können. Mit vollen Bäuchen und leichtem Hopfennebel fielen wir irgendwann einfach nur noch ins Bett.

Am nächsten Morgen ging’s dann gleich weiter – und zwar ganz im Zeichen des Weines. Unser erstes Ziel: das wunderschöne Weingut Boschendal.

Schon das Frühstück dort ist perfekt: Für gerade mal 4,50 Euro (!) bekommt man ein großzügiges, frisches Frühstück inklusive Kaffee, mit Blick auf alte historische Gebäude. An diese Preise könnten wir uns echt gewöhnen. Und das Ambiente? Zwischen Farmshop, Hühnern, Gärten und Kolonialstil-Villa – einfach cool.

Ab 11 Uhr dann Winetasting. Auch wenn wir vor drei Jahren schon einmal hier waren, wollten wir uns das nicht entgehen lassen. Boschendal ist einfach ein Klassiker. Das Tasting war entspannt, die Weine gut ausgewählt – von spritzig-frisch bis tief-rot. Besonders schön: Man sitzt draußen unter alten Bäumen, bekommt die Gläser erklärt, aber ohne großes Tam-Tam. Genau unser Stil. Dazu noch drei Austern. So kann der Tag doch immer beginnen. Leonie versuchte es übrigens dreimal. Aber die glitschige Auster landete immer wieder auf dem Teller. Naja dann eben doch der Papa - bleibt ja in der Familie.

Danach wollten wir mal was Neues ausprobieren – und fuhren weiter zum Franschhoek Cellar. Das Weingut selbst war okay, aber ehrlich gesagt: Es hat uns nicht so richtig abgeholt. Die Atmosphäre eher nüchtern, das Personal ein bisschen routiniert – und irgendwie fehlte das Besondere. Vielleicht lag’s am Vergleich zu Boschendal, vielleicht aber auch daran, dass der Wein langsam zu Kopf stieg ;-)

Zum krönenden Abschluss (und weil es so schön nah war), ging’s noch rüber zu Leopard’s Leap, dem Weingut direkt neben unserer Unterkunft. Maja setzte inzwischen aus – für sie war Schluss. Für mich war’s fast schon ein kleiner Sturztrunk, denn: Alle Weingüter machen hier gegen 17 Uhr dicht.

Warum das so ist? Keine Ahnung. Vielleicht wollen sie verhindern, dass die Gäste zu tief ins Glas schauen – aber mal ehrlich: Gerade wenn es richtig gemütlich wird, heißt es „Gläser hoch, wir schließen“. Verstehen muss man’s nicht.

Aber egal – es war ein gelungener Tag zwischen Wein, gutem Essen und traumhafter Kulisse. Und das Beste: Noch lagen ein paar entspannte Tage vor uns...







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