Fahrzeugtausch statt Savuti-Abenteuer

Unerwartete Wendung – Fahrzeugtausch statt Savuti-Abenteuer

Schon am Abend in der Chobe Safari Lodge war uns klar: Mit diesem Fahrzeug würden wir nicht weiterkommen. Denn eine schnelle Reparatur war in Kasane nicht möglich. Zum Glück hatte Africamper ein identisches Modell im Depot – einsatzbereit, allerdings in Windhoek, also über 1.000 Kilometer entfernt. Ein Transport nach Kasane hätte zu lange gedauert – wir hätten unsere bereits gebuchten Campsites in Savuti nicht rechtzeitig erreicht.

Die Entscheidung fiel uns nicht leicht: 128 US-Dollar pro Nacht hatten wir für Savuti bezahlt, und wir hatten uns riesig auf diese abgelegene Region im Herzen des Chobe-Nationalparks gefreut. Doch der Zeitplan war nun komplett aus dem Gleichgewicht geraten. Schweren Herzens beschlossen wir, das Ersatzfahrzeug in Maun zu übernehmen.

Das bedeutete: Zurück über die Teerstraße – erst nach Nata, dann über Gweta bis nach Maun. Ein Umweg von mehreren hundert Kilometern – verbunden mit Frust und dem Gefühl, ein kleines Abenteuer verloren zu haben. Ab Maun wollten wir dann wieder in Richtung Norden aufbrechen – zur Khwai-Region, unser nächstes Ziel.

Doch selbst der Abschied aus Kasane gestaltete sich schwierig.

Bevor wir endgültig losfuhren, machten wir noch einen Stopp am Sedudu-Gate. Dort hatten wir tags zuvor den Parkeintritt für vier Tage bezahlt – stolze 50 Euro pro Tag. Eine Rückerstattung war natürlich nicht möglich, aber ein Versuch war es wert. Während wir dort mit den Rangern sprachen, geschah das Unerwartete: Der Allradantrieb funktionierte plötzlich wieder?!

Ein Hoffnungsschimmer – sollten wir vielleicht doch noch Richtung Savuti aufbrechen?

Zur Sicherheit wollte ich noch den Low Range testen – eine Geländeuntersetzung, die bei schwierigen Offroad-Strecken für mehr Kraft sorgt, aber nur bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten genutzt werden kann. Insbesondere für kommende Wasserquerungen würde dieser von Nöten sein. Doch dann der Rückschlag: Der Low Range ließ sich nicht mehr deaktivieren. Wir waren im Gelände-Modus gefangen – das Auto fuhr nur noch mit maximal 30 km/h.

Widerwillig ging es erneut 14 Kilometer zurück zur Werkstatt. Frank, der Mechaniker, kannte uns inzwischen schon gut. Noch einmal hieß es: Warten, schrauben, hoffen. Nach über 1,5 Stunden konnte der Gang manuell herausgenommen werden – eine echte Geduldsprobe.

Erst gegen Mittag konnten wir endlich aufbrechen – Richtung Gweta. Mit einem etwas anderen Reiseplan, einem bald neuen Fahrzeug, aber immerhin mit dem Gefühl: Wir haben das Beste aus der Situation gemacht.

Zwischen alten Riesen – Übernachtung bei den Baobabs

Unser Tagesziel war ein Campingplatz nahe Gweta – die Planet Baobab Campsite. Nach dem ganzen Hin und Her mit dem Fahrzeug waren wir froh, dass dort noch ein Platz frei war. Und zum ersten Mal an diesem Tag hatten wir das Gefühl: Es passt wieder alles zusammen.

Die Campsite liegt eingebettet in einem kleinen Wald aus uralten Baobab-Bäumen – und das ist nicht übertrieben. Einige dieser Riesen sind über tausend Jahre alt, mit gewaltigen Stämmen, die wie in sich verdrehte Säulen aus einer anderen Zeit wirken. Die Bäume hier wirkten noch massiver als auf Kubu Island. Besonders am Abend entfaltete sich eine fast magische Stimmung: Die Wege zwischen den Bäumen sind liebevoll angelegt, sanft beleuchtet, und überall riecht es nach Holzfeuer und trockener Savanne.

Ein besonderer Ort – charmant, rau und ruhig zugleich.

Als wäre das nicht genug, lockte auch noch ein eiskalter Pool in der Nachmittagshitze. Leonie und ich wagten den Sprung – erfrischend und fast schon luxuriös nach einem langen Fahrtag. Auch die Outdoor-Küche und Bar der Anlage waren top: rustikal, funktional und stimmungsvoll. Es hätte uns deutlich schlechter treffen können.


Auf die berühmte Erdmännchen-Tour, kombiniert mit einem Ausflug auf die Salzpfannen, verzichteten wir Allerdings- ganz ehrlich: Die Preise waren uns schlicht zu hoch. Es gibt Tage, da will man einfach ankommen.

Also warfen wir ein Stück Zebra auf den Grill, schenkten uns ein kühles Getränk ein und ließen den Tag in aller Ruhe ausklingen.

Ein einfacher Abend – aber einer, der bleibt.

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