Pilanesberg Nationalpark

Auf zum Pilanesberg Nationalpark – Safari im Vulkan-Krater

Los geht’s!

Nach einer kleinen Extrarunde um den Flughafen 🫠 fuhren wir direkt in Richtung Pilanesberg Nationalpark. Der Linksverkehr machte mir keine Probleme – irgendwie klappt das bei mir ab der ersten Minute. Natürlich geht beim Blinken manchmal noch der Scheibenwischer an, aber ein bisschen Spaß muss ja sein 🤣

Auf dem Weg haben wir unseren ersten Großeinkauf des Urlaubs erledigt (da kommen schnell mal 150 Euro zusammen) und zum Glück kam auch bei Leonie wieder Farbe ins Gesicht und der Appetit zurück. Im Checkers-Supermarkt haben wir alles gefunden, was wir brauchten. Danach noch schnell tanken: 160 Liter passen in den Tank, das dauert ein paar Minuten...
P.S.: Vielen Dank an meinen Freund Jörg S., der mit einer kleinen Spende die ersten zehn Liter beigesteuert hat. Viel Spaß dir in der Südsee, mein Lieber!


Nach weiteren zweieinhalb Stunden Fahrt erreichten wir das Manyane Gate des Pilanesberg Nationalparks, wo wir zwei Tage campen wollten. 690 Rand – etwa 30 Euro – für zwei Nächte sind definitiv fair. Das Camp ist riesig, mit über 100 Stellplätzen und mehreren Chalets. Leider hatte es vor einigen Monaten wohl gebrannt, das Haupthaus war im Abrisszustand. Aber alle Angestellten waren superfreundlich. Und auf den Campsites laufen ständig Impalas und Kudus vorbei. Ein paar freche Affen mussten wir allerdings von unserem Hab und Gut vertreiben. 


Der Pilanesberg Nationalpark ist übrigens nicht nur wegen seiner Tierwelt beeindruckend, sondern auch geologisch eine echte Besonderheit. Er liegt in einem uralten, längst erloschenen Vulkankrater – einem der größten seiner Art weltweit. Die ungewöhnliche kreisförmige Landschaft mit Hügeln, Tälern, Seen und offenen Savannen entstand durch vulkanische Aktivitäten vor etwa 1,2 Milliarden Jahren. Diese geologische Vielfalt macht das Gebiet nicht nur landschaftlich besonders reizvoll, sondern auch zu einem idealen Lebensraum für Tiere. Hier findet man alle Vertreter der Big Five – Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel – sowie viele weitere Arten wie Giraffen, Zebras, Flusspferde, Geparden und Hyänen.

Der Park ist mit etwa 550 Quadratkilometern zwar überschaubar, aber die Gamedrives können sich doch recht lange ziehen.

Da wir von der Anreise ziemlich platt waren, haben wir auf einen kleinen Game Drive am Nachmittag verzichtet und stattdessen unser erstes Braai (Grillen/Lagerfeuer) gestartet. Den Camper einzurichten hat auch seine Zeit gebraucht. Punkt sieben waren wir im Bett – und um acht schliefen schon alle.

Ich war das erste Mal gegen vier Uhr morgens wach – und merkte gleich: es hat ordentlich abgekühlt. 6 Grad! Willkommen im südafrikanischen Winter. Tagsüber traumhaft: 20–25 Grad und Sonne pur. Aber nachts wird’s echt frisch. Kein Problem – um sechs Uhr stand ich mit Mütze und Jacke draußen und kochte den ersten Kaffee. Um acht Uhr ging es endlich los zum ersten Game Drive.

Am Gate zahlten wir noch die Eintrittsgebühren: 350 Rand pro Tag – erfreulich, und sogar erstaunlich, dass es am zweiten Tag 50 % Rabatt gab.

Bis 14:30 Uhr fuhren wir verschiedenste Wege ab – und hatten insgesamt richtig Glück: viele Kudus, mehrere White Rhinos, eine Elefantenherde mit über 30 Tieren, Nilpferde, und natürlich Giraffen, Zebras, Gnus und Impalas. Es war wirklich alles dabei! Landschaftlich ist der Park ebenfalls wunderschön – mit vielen kleinen Bergen, Wasserlöchern und großen Seen.



Am Nachmittag hieß es: zwei Stunden Entspannung auf dem Campingplatz. Leonie übte Handstand – mal sehen, wann ich das endlich hinbekomme – und Maja vertiefte sich in ihr Buch. Und eine warme Dusche musste auch mal sein.

Gegen 16:30 Uhr sind wir nochmal in den Park – geöffnet bis 18 Uhr. Außer ein paar Nilpferden und einem sehr schönen Fischadler war diesmal allerdings nicht viel los. Bis auf einen toten Elefanten... der allerdings schon ziemlich verwest war. Also schnell die Fenster zu!



Zurück am Campingplatz kochten wir noch ein paar Nudeln – und wie sollte es anders sein: um halb acht lagen alle im Bett.

Kalt, aber wach: und dann... die Löwen

Nach einer weiteren kalten Nacht hieß es wieder: Mütze auf, Jacke an, raus aus dem Camper. Aber irgendwie ist es genau das, was wir beim Campen, insbesondere in Afrika,  lieben. Man ist direkt wach. Naja – so halb zumindest... lach.

Bevor wir zur botswanischen Grenze aufbrechen wollten, unternahmen wir noch einen letzten, langen Game Drive durch den Park. Der Start war recht unspektakulär – erste Aufregung kam erst auf, als wir auf ein liegengebliebenes Safari-Fahrzeug trafen. Leider half auch unsere Starterhilfe nicht, aber dafür gab es etwas noch Wertvolleres: einen Tipp! Ganz in der Nähe sei eine große Büffelherde unterwegs – mit ein paar Löwen in der Nähe.

Klar, da mussten wir hin. Als wir ankamen, war die Büffelherde allerdings schon auf dem nächsten Kamm verschwunden. Von den Löwen keine Spur. Aber wie so oft auf Safari: Unverhofft kommt oft. Und genau so war es dann auch. Zwei Stunden später – wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben – lagen plötzlich zwei junge Männchen mit einem Weibchen direkt neben der Straße im Schatten. Keine zehn Meter entfernt. Was für ein Erlebnis an unserem zweiten Safaritag!





Wir blieben eine ganze Weile bei den Tieren, beobachteten sie beim Dösen. Gegen 14 Uhr verliesen wir schließlich den Park.

Im Nachhinein war der frühe Aufbruch allerdings genau richtig – denn bis zur Grenze nach Botswana war es dann doch noch ein ordentliches Stück. Aber dazu dann mehr... im nächsten Kapitel.

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