Khama Rhino Sanctuary
Botswana – Wärme, Wildtiere und ein nächtlicher Besuch
In Botswana werden die Tage und Nächte langsam wärmer - zum Glück. Tagsüber hatten wir gestern angenehme 27 Grad, nachts immerhin schon 10 – das fühlt sich schon deutlich milder an als zuvor. Mütze und Jacke am Morgen bleiben aber weiterhin Pflichtprogramm.
Unsere erste Nacht auf dem Campingplatz im Khama Rhino Sanctuary verlief übrigens nicht ganz so ruhig, wie wir es uns vorgestellt hatten. Gegen zwei Uhr nachts wurden wir von einem ziemlich schmatzenden Tier geweckt, das sich genüsslich an unserem Mülleimer zu schaffen machte. Leider konnten wir den Täter nicht identifizieren – vielleicht ein Stachelschwein oder eine besonders neugierige Hyäne? Heute Nacht haben wir zur Sicherheit unsere Wildtierkamera aufgestellt. Mal sehen, ob sie den Übeltäter überführt.
Am Morgen starteten wir dann mit einem Game Drive durch das Khama Rhino Sanctuary – einer besonderen Schutzregion im Herzen Botswanas. Das rund 8.500 Hektar große Reservat wurde 1992 gegründet und wird gemeinschaftlich von der lokalen Bevölkerung verwaltet. Ziel ist es, insbesondere die gefährdeten Breit- und Spitzmaulnashörner zu schützen, aber auch anderen Wildtieren eine sichere Heimat zu bieten. Neben Nashörnern leben hier Giraffen, Zebras, Elands, Kudus, Warzenschweine, Strauße, viele Vogelarten und auch kleinere Raubtiere. Aktuell leben wohl über 50 Breitmaulnashörner und bis zu 5 Spitzmaulnashörner im Park.
Auf unserem morgendlichen Drive hatten wir leider kein Glück mit den Nashörnern – sie zeigen sich wohl eher am späten Nachmittag, wenn es etwas kühler wird und sie sich auf den großen offenen Pfannen (Salzebenen) des Parks blicken lassen. Dafür konnten wir immerhin einige Giraffen, Zebras und sogar ein einzelnes Eland beobachten. Die Stimmung am Morgen war trotzdem besonders: die goldene Sonne, staubige Wege, viele Vogelstimmen – und das leise Gefühl, wirklich mitten in Afrika zu sein.
Mittags gönnten wir uns eine lange Pause: ein kurzer Abstecher zum kleinen Restaurant des Parks, einmal kurz die Füße im eiskalten Pool abkühlen – eine echte Erfrischung bei der trockenen Wärme. Danach ein paar entspannte Stunden auf dem Campingplatz: lesen, spielen, ein bisschen Yoga, dann duschen und einfach mal nichts tun. Genau das, was man auf so einer Reise auch mal braucht.
Gegen 16 Uhr brachen wir dann zu einem weiteren Game Drive auf. Die Wege im Park sind alle reine Sandpisten – teils ziemlich holprig – aber mit unserem 4x4 gut befahrbar. Und dieser Drive wurde deutlich besser als am morgen:
Kaum auf der ersten Pan angekommen, zählten wir gleich neun Breitmaulnashörner auf einmal. Majestätisch standen sie in der goldenen Nachmittagssonne, einige dösten, andere scharrten im Sand oder trotteten gemächlich umher. Ganz in der Nähe entdeckten wir eine Giraffe beim Trinken – ein faszinierender Anblick, wie sie mit gespreizten Vorderbeinen vorsichtig das Wasser erreichte.
Auf der nächsten Pan dann gleich das nächste Highlight: Wieder rund zehn Nashörner, verteilt über die Ebene – in kleinen Gruppen oder allein unterwegs. Es ist beeindruckend, wie ruhig diese riesigen Tiere wirken, und gleichzeitig spürt man ihre Kraft in jeder Bewegung.
Und als wir schon dachten, es könnte kaum noch besser werden, standen auf einmal zwei Nashörner gerade einmal zehn Meter von unserem Auto entfernt am Wegesrand. Komplett ungestört grasten sie direkt vor uns. Zum krönenden Abschluss: ein Kalb mit seiner Mutter. Das Kleine blieb immer ganz nah bei ihr, tapsig und noch etwas unbeholfen, aber neugierig. Ein echtes Herzstück zum Schluss.
Wir ließen den Tag mit einem Blick auf den Sonnenuntergang über der Pan ausklingen. Der Himmel glühte in Orangetönen, und für einen Moment war alles ganz still. Nur wir und die untergehende Sonne.
Zurück auf dem Campingplatz hatten alle ordentlich Hunger. Am Lagerfeuer gab es frisch gebratenen Fisch, dazu einen Gin Tonic – und wie immer eine gemütliche Runde am Feuer, das auch Leonie besonders genießt. Am liebsten sitzt sie dabei ganz eng auf Papas Schoß, beobachtet die Flammen und hört dem Knistern zu. Ein perfekter Abschluss für einen Tag voller Natur, Begegnungen und ganz vieler besonderer Momente.








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