Elefanten mit Vorfahrt & Gischt im Gesicht

🐘 Botswana, Tag Irgendwas: Elefanten mit Vorfahrt & Gischt im Gesicht

Am nächsten Morgen packten wir unsere Siebensachen (und mindestens drei Dinge, die wir garantiert nicht brauchen, aber immer mitschleppen) und machten uns auf den Weg nach Kasane. Drei Nächte wollten wir dort bleiben – genauer gesagt in der Chobe Safari Lodge, die uns schon im Vorfeld empfohlen wurde: Lodge mit Stil, Campingplatz mit Charme, und die Nilpferde quasi als Nachbarn?


Die Fahrt verlief angenehm über die gut ausgebaute Asphaltstraße – ja, sowas gibt’s hier! Aber Achtung: Tiere haben Vorfahrt.

Plötzlich – zack! – stand da eine komplette Elefantenfamilie auf der Straße. Mama, Papa, drei Kleine und noch ein paar entfernte Verwandte, alle quer verteilt wie beim Familienspaziergang im Park. Wir hielten respektvoll an, machten große Augen und kleine Fotos. Ein völlig normaler Verkehrsstopp in Botswana.

🏙️ Willkommen in Kasane

Nach der tierischen Verzögerung rollten wir schließlich in Kasane ein. Nochmal schnell etwas einkaufen und ab zur Lodge.

Übrigens: Der Ort liegt direkt am Chobe-Fluss und ist so etwas wie das Safari-Zentrum im Nordosten Botswanas. Kein riesiger Ort, aber alles da, was man braucht: Supermärkte, Tankstelle und unzählige Lodges und Touranbieter, die alle eines gemeinsam haben – sie wollen dich (für viel Geld) ganz nah an die Tiere  bringen. Ein Nachteil von Botswana: Die Preise sind im Vergleich zu Südafrika deutlich höher.

Generell ist Kasane aber charmant (die Leute sind alle nett) nicht überlaufen – und eigentlich ideal, um runterzukommen. 

🛶 Die Chobe Safari Lodge 

Die Chobe Safari Lodge selbst ist schon recht interessant: ein riesiges Gelände mit mehreren Zimmerkategorien, zwei Pools, drei Restaurants, eigenem Flusssteg für Bootsafaris – und über 25 Campingplätzen im Schatten - leider fast alle uneben und zum Teil recht klein - dafür mit 70 Dollar aber recht teuer. 

Wir erhielten ein nettes Plätzchen, klappten die Stühle auf und sagten ziemlich zufrieden: Hier bleiben wir. Vorher hieß es aber Steine schleppen.  Denn der Platz befindet sich absteigend zum Fluss. Da muss das Auto mal etwas ausgerichtet werden. 

🌅 Warzenschweine, Buschböcke und freche Meerkatzen

Den restlichen Tag ließen wir entspannt auf einem Liegestuhl am Chobe-Fluss ausklingen.

Die Aussicht: traumhaft.

Die Atmosphäre: friedlich.

Die tierischen Besucher: zahlreich.

Warzenschweine und Buschböcke schlenderten ganz lässig zwischen uns umher, als wären sie Dauergäste.

Aber Achtung: Die Meerkatzen!

Süß – aber echte Gauner. Man guckt einmal weg und zack: Badehose weg.

Oder der Snack. Oder das Brillenetui. Eine hatte sogar unser Bananenbrot in der Hand – mit erstaunlicher Fingerfertigkeit.

Also: Wildlife ganz nah – und manchmal auch ganz schön frech.



🔥 Der Abend? Lagerfeuer und Vorfreude

Wie fast jeden Abend saßen wir am Lagerfeuer, schauten in den Sternenhimmel, grillten ein bisschen und fielen früh in die Schlafsäcke.

Denn am nächsten Morgen stand ein echter Höhepunkt unserer Reise an: der Ausflug zu den Victoriafällen in Zimbabwe.

💦 Die Victoriafälle – Gischt, Grenzübertritt & Gänsehaut

Bereits am Ankunftstag hatten wir ein privates Shuttle gebucht. Für rund 80 € brachte uns der Fahrer hin und zurück – bequem, sicher und schneller als mit dem eigenen Wagen die Grenze zu passieren. Vorher mussten wir unser Auto aber noch zu einer Werkstatt bringen. Denn während wir an den Victoriafällen verweilen, erhielt unser Auto aufgrund eines ordentlichen Steinschlags eine neue Windschutzscheibe. Und leider sahen wir die Werkstatt in den kommenden Tagen noch öfter - Spoiler.

Aber bevor man überhaupt etwas von den Fällen sieht, wird der Geldbeutel nass:

Visagebühren: ca. 30 € pro Person 

Eintritt zu den Victoriafällen: 125 US-Dollar für uns drei. 

💸 Macht zusammen: Ein einmaliger Anblick für fast 300 Euro.

Aber ganz ehrlich? Es lohnt sich - wenn man schonmal da ist.

🌈 Und dann – BOOM!

Schon beim ersten Blick waren wir sprachlos.

Ein gigantischer Wasservorhang, donnernd, dampfend, grollend – und gleichzeitig wunderschön. Die Gischt stieg meterhoch, ein Regenbogen spannte sich über das Tal, und selbst der Boden vibrierte leicht. Ein echtes Naturwunder!

P.S. Man weiß recht schnell, warum die Straßenhändler dort Regenponchos verkaufen.

Wir hatten zum Glück unsere Jacken dabei – und das war auch gut so. Denn an manchen Aussichtspunkten wird man richtig, richtig nass. Kein bisschen Gekrissel, sondern „unter der Dusche stehen“-Feeling.

Leonie, eigentlich unsere kleine Wasserratte, fand das überhaupt nicht cool. Sie blieb oft weit weg vom Aussichtspunkt während wir versuchten, mit halb durchweichter Kamera Fotos zu machen.

🛍️ Übrigens…

Die Straßenhändler rund um die Fälle - und allgemein in Botswana - sind super freundlich und kaum aufdringlich – ganz anders, als man es manchmal aus touristischen Gegenden kennt. Ein kurzes „Nein, danke“ reicht völlig, und man wird trotzdem mit einem Lächeln verabschiedet. Das fanden wir richtig angenehm.



Nach ca. drei Stunden verabschiedeten wir uns und fuhren zu einem wirklich netten Lokal. Das Baines liegt direkt am Sambesi, überhalb dem Start der Fälle. Dort ließen wir uns es gut gehen und aßen bei bestem Ausblick und Service für recht günstige 40 Euro einen Mittagssnack.


Ups I did it again 

Bevor es zurück nach Kasane ging, stand noch ein weiteres Highlight für mich an. Die Victoriafälle sind nicht nur ein atemberaubendes Naturschauspiel, sondern auch ein Hotspot für Outdoor-Abenteuer. Wer hätte gedacht, dass man sich neben dem Staunen über donnernde Wassermassen auch in echte Adrenalinkicks stürzen kann?

Was man an den Victoriafällen erleben kann:

Wildwasser-Rafting auf dem Sambesi – nichts für schwache Nerven, aber unvergesslich.

Helikopterflüge über die Fälle – aus der Luft sehen die Wassermassen noch gewaltiger aus.

Ziplining mit Blick auf die Schlucht – mit Tempo über dem Abgrund schweben.

Devil’s Pool – baden direkt am Rand der Fälle in der Trockenzeit.

Bungee Jumping – und damit wären wir bei meinem persönlichen Höhepunkt des Tages.

Ich habe mich – wie schon in Schottland und Südafrika – erneut für einen Bungeesprung entschieden. Dieses Mal: 111 Meter in die Tiefe von der berühmten Victoria Falls Bridge.

Diese historische Eisenbahnbrücke verbindet Simbabwe und Sambia und wurde bereits 1905 erbaut. Sie spannt sich kühn über die schwindelerregende Batoka-Schlucht, direkt unterhalb der Fälle. Ursprünglich war sie Teil eines gewaltigen britischen Traums – einer Bahnverbindung von Kairo bis Kapstadt. Heute ist sie nicht nur ein Denkmal kolonialer Ingenieurskunst, sondern auch der Schauplatz für einen der spektakulärsten Bungee-Sprünge der Welt.

Um überhaupt zur Absprungplattform zu gelangen, müssten wir uns ins sogenannte "Niemandsland" begeben – das Stück zwischen den offiziellen Grenzposten. Mit einem speziellen Brückenpass verlässt man zunächst Simbabwe, passiert einige bewaffnete, aber meist gut gelaunte Grenzbeamte und schlendert dann mehrere hundert Meter über die Brücke – begleitet von neugierigen Händlern, dubiosen Gestalten und ein paar anderen Adrenalinjunkies.


Drüben angekommen, checkte ich auf der sambischen Seite kurz ein, nur um direkt wieder zur Mitte der Brücke zurückzukehren. Dort, wo alles begann – und wo es für mich gleich kopfüber in die Tiefe gehen würde.

Herzklopfen. Gurt an. Kurze Instruktion. Und dann: drei, zwei, eins – SPRUNG.

Freier Fall, ein Schrei, der in der tosenden Gischt unter mir verhallte. Schwerelosigkeit, für einen Moment. Dann ein wilder Ruck – und ich schaukelte wie ein nasser Lappen über dem tosenden Sambesi. Adrenalin pur. Pure Freude.



🚗 Zurück nach Kasane

Müde, etwas durchnässt, ziemlich beeindruckt – und vor allem dankbar, dass wir diesen Ort mit eigenen Augen erleben durften ging es zurück nach Kasane. Die Fahrt dauerte mit Grenzübertritt Übrigens ca. 1,5 bis 2 Stunden.

To be continued...


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