Elefanten hautnah
Elefanten hautnah – zwei schöne Tage in der Elephant Sands Lodge
Nach den staubigen Pistenkilometern und einer ordentlichen Portion Abenteuerlust erreichten wir, wie beschrieben, am Nachmittag die Elephant Sands Safari & Camping Lodge – ein ganz besonderer Ort mitten in der Wildnis Botswanas. Diese Lodge ist vor allem für eines bekannt: Elefanten, die völlig frei und ungezwungen direkt durch das Camp spazieren, vorbei an Zelten, Chalets und auch am Restaurant. Kein Zaun, keine Distanz – pure Wildnis. Ok, ein paar sogenannte "Spikes" gibt es schon. Sonst würden die Dickhäuter die Toiletten stürmen oder ähnliches. Daher sind diese Einrichtungen, sagen wir es mal so: geschützt.
Die Lodge liegt nördlich von Nata, strategisch gut gelegen auf dem Weg zwischen Kasane und Gaborone bzw. Maun. Genau das macht sie auch zu einem beliebten Zwischenstopp für viele größere Safarigruppen, die in diesen typischen Overland-Trucks unterwegs sind. An manchen Tagen kann es deshalb – besonders rund um das Restaurant und die Bar – etwas trubeliger werden.
Auch die Camping-Stellplätze liegen recht eng beieinander. Für alle, die wie wir zuvor Orte wie Kubu Island oder das Khama Rhino Sanctuary erlebt haben, fällt das durchaus auf – dort steht man mit deutlich mehr Abstand, oft fast für sich allein mitten in der Natur. Elephant Sands bietet dafür aber eben diese einmalige Nähe zur Tierwelt, was den engeren Raum für eine Nacht oder zwei durchaus wettmachen kann.
Abendessen mit Dickhäutern
An diesem Abend gönnten wir uns das durchaus gute Buffet der Lodge – 20 Euro für uns Erwachsene, 10 Euro für Leonie. Wir hatten ehrlich gesagt keine großen Erwartungen, wurden aber positiv überrascht: leckeres, frisches Essen.
Pünktlich zum Abendessen kamen sie dann: die ersten Elefanten, langsam, majestätisch, direkt zum Wasserloch – keine zehn Meter von unserem Tisch entfernt. Es war… ja, fast unwirklich. Man isst Suppe und Salat und schaut dabei einem wilden Elefanten beim Trinken zu. Ein bisschen freakig, ein bisschen ehrfürchtig – auf jeden Fall unvergesslich.
Ein Tag zum Runterkommen
Da wir zwei Nächte blieben, wurde der nächste Tag zum ganz klassischen Relax-Tag. Der Himmel war zwar etwas wolkenverhangen, aber das passte sogar gut – wir hatten keinen festen Plan und genossen es einfach, nichts zu müssen.
Es wurde gespielt – Uno, Kniffel, Phase 10 – es wurde gelacht, gedöst, gelesen. Ich machte eine kleine Yoga-Praxis, während Leonie und Maja unterwegs war, um Federn zu sammeln. Immer wieder tauchten auch heute zwei Elefantendamen im Camp auf, ganz gemütlich und friedlich, als wollten sie sich vergewissern, dass es uns gut geht.
Am Feuer ausklingen lassen
Am Abend machten wir einen kleinen Spaziergang, streiften ein bisschen durch die trockene Landschaft rund um die Lodge – immer mit einem Auge offen für interessante Spuren oder Federn. Am Abend zog es uns noch einmal zur Lodge-Feuerstelle. Mit Blick auf das Wasserloch, einem kühlen Getränk in der Hand und dem Gefühl, ganz nah an der Natur zu sein, ließen wir den Tag ausklingen. Mein persönliches Highlight: Ich musste nachts nochmal "austreten" und tatsächlich läuft im Halbdunklen eine Elephant gemütlich zurück vom Wasserloch in den Busch. Tatsächlich blieb er kurz stehen, musterte mich 5 Sekunden und ging seines Weges.
Fazit:
Elephant Sands ist ein Ort für echte Begegnungen – mit Tieren, mit der Natur, vielleicht sogar ein bisschen mit sich selbst. Wer wilde Elefanten mal nicht aus dem Safari-Jeep, sondern quasi beim Frühstück oder Abenddrink erleben möchte, ist hier genau richtig. Ein bisschen wild, ein bisschen rau – und genau deshalb so.



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